Pingelhof

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Kunst / Kultur

Pingelhof

Agrarhistorische Museumsanlage

Kerstin Zimmermann

Agrarhistorische Museumsanlage, Bauernhaus von 1607, Barfußpfad, Spielplatz, Kräutergarten, Rätselstationen, alte landwirtschaftliche Geräte. Inszenierte Führungen, Schulstunden, Buttern, Workshops.

Der Pingelhof gehört zu den ältesten und schönsten bäuerlichen Anlagen Mecklenburgs. Acht Generationen der Familie Pingel bewohnten das Anwesen seit dem 17. Jahrhundert. Nachdem mit Erna Pingel 1984 die letzte Bewohnerin verstorben war, überließ man den Pingelhof nicht einfach seinem Schicksal. Hermann Freude, der damalige Domsühler LPG-Vorsitzende, hatte die Idee, ihn als Museumsanlage zu erhalten, die schließlich am 30. September 1989 als letztes Museum der damaligen DDR eröffnete. „Nun kommt Freude auf“ ist seitdem ein beliebtes Zitat, das fällt, wenn Weggefährten ihn treffen. In Anlehnung an die Fußball-Weltmeisterschaft von 1954 wird der Pingelhof auch als „Wunder von Domsühl“ bezeichnet.

Der Besuch gleicht einer Zeitreise: Schwere körperliche Arbeit auf dem Feld, an Haus und Hof machte den Alltag aus: Ein karges, bäuerliches Leben in düsteren, engen Stuben ohne fließendes Wasser und Elektrizität. Dafür mit Waschzuber, Brunnen, Holzofen und Rauchschwaden, die sich auf immer und ewig in das Gebälk eingebrannt haben. Bauersfamilie, Knechte, Mägde, das Vieh, die Feldfrüchte und Gerätschaften – alle hausten unter einem Dach. Die alte Diele verband alle Räume miteinander, in ihr wurde gefeiert oder im Winter Getreide gedroschen.

Auf dem Außengelände fallen der schöne alte Baumbestand und ein Kräutergarten mit Kräuterspirale ins Auge. Zu besichtigen ist eine große Sammlung alter landwirtschaftlicher Geräte, darunter Oldtimer-Trecker wie ein Lanz Bulldog oder ein Pionier von 1950, Dreschkästen, Getreidemühlen oder Hungerharken. Bei Veranstaltungen zum Leben erweckt werden eine Mühle von 1900, ein Sägegatter von 1928 sowie eine alte Schmiede.

Schlachte- u. Erntefeste, inszenierte Führungen, Schulstunden anno 1900, Buttern in Butterfässern, Handarbeiten in historischer Kulisse, Familienfeste, Betriebsfeiern, Teambuilding-Events mit (Oldtimer-)Trecker fahren, Schroten, Schmieden u.a., Klassentreffen, Projektunterricht/-tage für Kinder/Jugendliche auf Anfrage

Was ist das Besondere an Deiner Institution / Deinem Ort / Deines Schaffens?

Haus und Hof sind original erhalten, aus allen Ritzen, Ecken und Enden schlägt einem der Geruch aus 400 Jahren Geschichte entgegen.

Was wäre für Touristen als "Story" interessant? Wo und wie spiegelt sich das Besondere der Region (Natur, Geschichte, Menschen) konkret in Deiner Institution bzw. in einem Deiner Werke/Präsentationen/Themen wieder?

Museumsleiterin Kerstin Zimmermann hat ihre eigene, persönliche Führung zur Historie des Pingelhofes kreiert: Der Pingelhof, seine Geschichte(n) und Menschen - gestern und heute. Sie überspitzt die imaginäre Begegnung mit einer verwöhnten „Göre“ von heute, die mit dem kargen, bäuerlichen Leben im 17. Jahrhundert so gar nichts gemein hat. Einprägsam und bildlich erzählt sie aus einer Zeit, in der der Rauch eines schornsteinlosen Ofens noch durch die alten, zugigen Gemäuer waberte. Anekdoten zu den „Pingels“ verleiten zum Schmunzeln: Wie etwa „Grotjohann“, der über zwei Meter groß war. Er konnte unter jedem Arm einen 100 Kilo-Sack tragen oder soll mit seinen Bärenkräften auch den einen oder anderen Pferdewagen befreit haben, wenn dieser sich festgefahren hatte. Bis zu seinem Tod 1939 schätzten ihn die Menschen ebenso aufgrund seines Wissens über die Natur und nannten ihn „Späukenkieker“ (Hellseher). Sein Grab ist noch heute auf dem Friedhof an der kleinen Kirche Alt Damerow zu sehen.

Was motiviert Dich? Was treibt Dich an? Warum machst Du das (als Betreiber*in oder als Mitarbeiter*in der Institution bzw. als Einzelakteur*in)?
alternativ kannst Du auch diese Frage beantworten:
Was ist Deine Philosophie, Dein Motto, Deine kulturell-ökologische Vision im bzw. für den Landkreis Ludwigslust-Parchim?

„Geschichte wird am besten durch Geschichten lebendig.“ Kerstin Zimmermann möchte mit ihrer Führung Gäste unterhalten und so berühren, dass ihnen auch mal das Lachen im Halse stecken bleibt.

Welches außergewöhnliche „Objekt“ oder besondere Detail können Besucher*innen in Deiner Institution bzw. bei Deiner Darbietung/Präsentation entdecken?

Antriebsmaschine, Daimler Benz, 6 PS, BJ 1905, Benziner, voll intakt, 1906 von Familie Pingel angeschafft, um Getreide zu dreschen. Heute zur Schau bei Veranstaltungen im Einsatz.

Fotos/Dateien:




Welchen anderen Kultur-/Naturort im LK LUP möchtest Du Besucher*innen empfehlen?

Störtalmuseum Banzkow, www.stoertal-banzkow.de Heimatmuseum mit 13 liebevoll eingerichteten Räumen. Herzstück: Original Banzkower Kaufmannsladen. Führungen, Schulstunden, Buttern.

Welche/n andere/n Künstler*in im LK LUP möchtest Du Besucher*innen empfehlen?

Holzkunst – Kunst mit Kettensägen, Mario Gurtler, Lewitzcamp Garwitz, www.lewitzcamp.de Der Gastgeber betreibt einen Camping-/Wasserwanderrastplatz an der Elde und ist nebenbei mit Holz kreativ.

Welche Gastronomie im LK LUP möchtest Du Besucher*innen empfehlen?

Gasthaus „Zum Heiligengeisthof“ Parchim, www.pension-parchim.de Gaststätte mit Biergarten und regionaltypischer Küche, rustikales Ambiente im Fachwerkhaus.

Welchen Übernachtungsort im LK LUP möchtest Du Besucher*innen empfehlen?

Hotel & Gaststätte Zur Schleuse Garwitz, www.zur-schleuse-garwitz.de Familiengeführt, bodenständige, mecklenburgische Hausmannskost. Der Kulturwanderweg Garwitz verbindet Gasthof und Pingelhof.

Angebote:

Inspiration – Kunst und Kultur erlebenWorkshopsGastronomie – kulinarische Genüsse erlebenÜbernachtung (in der näheren Umgebung)Bewegung – wandern, Radfahren…Familie – generationenübergreifend, Spiele