Die Handpresse

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Kunst / Kultur

Die Handpresse

Grafikwerkstatt für Steindruck und Radierung

Peter Dettmann

Wie entsteht eine Lithografie – Handpressendruck vom Solnhofener Kalkschiefer auf der Erasmus-Sutter­-Presse.

Am Rande der Stadt Ludwigslust, bekannt durch ihr Barockschloss mit dem großflächigen Landschaftspark befindet sich in Bahnhofsnähe das Atelier des Grafikers und Steindruckers Peter Dettmann. Man kennt das von Künstlern – dort sieht es immer wie auf einem Abenteuerspielplatz aus. Die Werkstatt von Peter Dettmann kommt obendrein einem technischen Museum sehr nahe. Im Zentrum steht die fast 200 Jahre alte Druckmaschine – spezielle Werkzeuge, geheimnisvolle Tinkturen und viele unterschiedliche Papiere – alles umschwebt ein typischer Duft. Der spezielle Stein, ein Solnhofener Kalkschiefer, wird plangeschliffen, gekörnt – der Grafiker zeichnet direkt auf den Stein mit einem fetthaltigen Medium, meist Tusche oder Kreide. Weil sich die druckenden und nichtdruckenden Teile der Platte auf einer Ebene befinden spricht man bei diesem Druckverfahren von Flachdruck. Der Erfinder Alois Senefelder nannte es 1798 die „Chemische Druckerey“. Möglich ist dieses durch das Prinzip des gegenseitigen Abstoßens von Fett und Wasser. Alois Senefelder beschrieb seine Erfindung so: „Ich nahm einen reingeschliffenen Stein, bezeichnete ihn mit einem Stückchen Seife, goß dünnes Gummiwasser darüber und überfuhr ihn mit einem in Ölfarbe getauchten Schwamme. Alle mit dem Fette bezeichneten Stellen wurden sogleich schwarz, das übrige blieb weiß. Ich konnte den Stein abdrucken, sooft ich wollte; allemal nach dem Abdruck wieder benetzt, und wieder mit dem Schwamm überfahren, gab gleiche Resultate“. Schnell erkannten nachfolgende Generationen den Wert für die künstlerische Arbeit. So bietet die Lithografie das direkte Zeichnen auf dem Stein und die Wiedergabe der zartesten Tonwerte bis zur kräftigen Schwärze, verlangt aber einen aufwendigen Arbeitsprozess und einen erfahrenen Handwerker. Peter Dettmann gehört zu den wenigen Spezialisten, die diese Technik beherrschen, sie für die eigene künstlerische Arbeit weiterentwickeln und für befreundete Künstler Druckaufträge erledigen.

Was ist das Besondere an Deiner Institution / Deinem Ort / Deines Schaffens?

In Werkstattgalerie „Treppenwitz“ sind eigene Grafiken oder Lithografien anderer Künstler zu sehen. Der Besucher kann bei der Arbeit zusehen, Grafiken erwerben oder selbst Hand anlegen.

Was wäre für Touristen als "Story" interessant? Wo und wie spiegelt sich das Besondere der Region (Natur, Geschichte, Menschen) konkret in Deiner Institution bzw. in einem Deiner Werke/Präsentationen/Themen wieder?

Peter Dettmann gehört mit seinem Atelier „Die Handpresse“ zu einem Netzwerk Kreativer, die sich abseits des Trubels der Großstädte Berlin und Hamburg – jedoch mit guten Verbindungen dorthin - einen familienfreundlichen und gut vernetzten Arbeitsplatz geschaffen haben. Als Gebürtiger Schweriner, der lange Zeit in Berlin lebte und in der Steindruckwerkstatt der Akademie der Künste der DDR arbeitete, hat Dettmann ein besonderes Verhältnis zur Region Mecklenburg und dem hier lebenden Menschenschlag. Das findet sich auch in seinen Werken wieder.

Fotos/Dateien:




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Alte Burg 1, 19306 Neustadt-Glewe http://www.burg-neustadt-glewe.de/

Angebote:

Inspiration – Kunst und Kultur erlebenGespräch – Künstlern persönlich begegnenWorkshops